Journal – Ausgabe 6

EZB Bank erhöht Leitzins

Leitzins wurde erneut erhöht?

Die EZB hat den Leitzins bereits mehrfach erhöht, um die Inflation auszubremsen. Hintergrund war es, dass die Banken erstmals seit 2011 wieder Zinsen zahlen, wenn sie sich Geld bei der Europäischen Zentralbank leihen. Dadurch soll weniger Geld in den Umlauf kommen, wodurch der Wert des Euro wieder gestärkt werden soll.

Leider ist dieser Effekt nicht wie gehofft eingetreten, denn die europaweite Inflation ist im November auf 10% gestiegen. Ziel der EZB ist eine jährliche Inflationsrate von 2 Prozent. Um dieser Marke wieder näher zu kommen, hat die Europäische Zentralbank den Leitzins am 15. Dezember 2022 um weitere 0,5 Prozentpunkte auf nun 2,5 Prozent angehoben.

Was bedeutet das für Immobilienkäufer?

Die Erhöhung des Leitzinses durch die EZB hat keine direkten Auswirkungen auf Immobilienkäufer. Für Kreditinstitute wird es allerdings teurer, wenn sie sich Geld bei der EZB leihen. Deshalb habe die Kreditinstitute ebenfalls die Zinsen erhöht für Bau- und Immobilienfinanzierungen. Sie geben den erhöhten Leitzins an die Immobilienkäufer weiter.

Werden die Immobilienpreise nach Erhöhung des Leitzinses wieder sinken?

Steigen die Zinsen für Immobilienkredite, können sich weniger Menschen ein Eigenheim leisten – die Nachfrage nimmt also ab. Bei gleichbleibendem Angebot könnte das niedrigere Preise für Immobilien zur Folge haben. Wer über viel Eigenkapital verfügt, profitiert in der Regel von einer solchen Entwicklung.

Kann ich mir noch eine 100-Prozent-Finanzierung leisten?

Wer seine Immobilie komplett ohne Eigenkapital finanzieren will, der zahlt entsprechend hohe Zinsen und monatliche Raten. Steigen die Bauzinsen, dann wird eine 100-Prozent-Finanzierung noch teurer.

Wird der Leitzins weiter durch die EZB erhöht?

Die EZB hat bereits weitere Zinserhöhungen in den kommenden Monaten in Aussicht gestellt. Bleibt der gewünschte positive Effekt des erneut erhöhten Leitzinses auf die europaweite Inflation also weiterhin aus, dann wird die EZB wieder kontrollierend eingreifen und den Leitzins weiter nach oben schrauben. Für den 2. Februar 2023 wurde die nächste Zinsentscheidung der EZB ist angesetzt. Für das Gesamtjahr 2022 gehen die Finanzexperten der EZB von einer durchschnittlichen EU-weiten Inflationsrate von 9,3 Prozent aus. Für 2023 liegt die Prognose bei 7 Prozent und für 2024 bei 3,0 Prozent – also wieder in der Nähe der gewünschten Inflationsrate von 2 Prozent.

Ihr Marc Buhr
Diplom-Betriebswirt
Immobilienmakler (IHK)